Piercings am und im Mund – ein Schönheitskult mit Folgen?

Piercings – jeder kennt sie und jeder hat sie auch schon bei dem Einen oder Anderen gesehen. Oder man hat einfach selber eines. Der Schönheitskult ist fest in unserer Gesellschaft angekommen und die Formen und Orte eines Piercings werden dabei immer kreativer.

Doch das Schmuckstück birgt Gefahren. Gerade am oder im Mund kann ein Piercing Schäden bei Zähnen, Zahnfleisch, Zahnschmelz und weiteren Teilen des Zahnhalte-Apparats verursachen.

Ein Zungenpiercing kann beispielsweise beim Sprechen oder Kauen durch Zungenbewegungen ständig an die Zähne schlagen und diese so beschädigen. Am meisten sind davon die Spitzen der Backenzähne betroffen, die im schlimmsten Fall abbrechen, splittern oder sich spalten können. Durch das Anschlagen des Metalls an den Zähnen können sich auf Dauer auch feine Risse im Zahnschmelz bilden, die nicht mehr repariert werden können. "Kälte- und Hitzeempfindlichkeit, Reizung des Zahnnervs oder Karies können die Folge sein" (KZBV o.J.).

Jetzt mag man vielleicht denken, na gut, dann mache ich einfach ein Piercing am, statt im Mund. Aber Vorsicht, hier verbergen sich auch Gefahren! Da bei einem Lippenpiercing der Verschluss im Mund, also auf der Innenseite der Lippe liegt, kann es, wenn es zu tief befestigt ist, die Rückbildung des Zahnfleisches hervorrufen. So können langfristig Zahnhälse freigelegt werden und Verletzungen der Zahnwurzel, wie auch der darunterliegenden Knochenstruktur bedingen. Hier kann es sogar zum Zahnausfall kommen! Durch die Höhe des Piercings an der Lippe kann man den Verletzungen vorbeugen. Ist aber das Lippenpiercing nun höher gestochen, kann es durch das ständige Reiben am Zahn die Zahnkrone verletzen, sodass es zu Schmelzsprüngen und Abplatzungen kommt. Lippenbändchen-Piercing führen ähnlich wie das Lippenpiercing durch den Druck zu Schäden von Zahnfleisch und Knochen.

Piercings können auch die meist aus Keramik bestehenden Kronen und Brücken beschädigen, da sie durch das Metall im Mund abplatzen können. Das kann ziemlich teuer werden, da hier die gesamte Restauration nochmals durchgeführt werden muss.

Piercing aus Metall? Meiner ist aus Kunststoff – da kann doch nichts passieren. Leider doch! Kunststoff-Piercings sind nicht besser, als solche aus Metall. Auch wenn sie weniger hart sind bleibt das Risiko einer Verletzung des Zahnknochens.

Für manche ist ein Piercing im oder am Mund ein Schmuckstück. Aber man sollte sich vorher gut überlegen, ob es Wert ist, sich der Gefahr auszusetzen. Das in den Jahren eine gewisse Menge Zahnsubstanz verloren geht ist natürlich. Aber durch ein Piercing wird dieser natürliche Prozess beschleunigt oder gar verschlimmert. Das kann schmerzhaft und auch teuer werden. Also lieber eine Alternative suchen!

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